Ist das Enwako®-Training Physiotherapie?

Nein. Das Enwako®-Training ist keine physiotherapeutische Behandlung und kein Heilmittel. Es handelt sich um ein eigenständiges Wahrnehmungs- und Koordinationstraining. Meine physiotherapeutische Ausbildung bildet die fachliche Grundlage meiner Arbeit, aktuell biete ich jedoch keine Physiotherapie an.


Benötige ich eine ärztliche Verordnung?

Nein. Für das Enwako®-Training ist keine ärztliche Verordnung erforderlich.


Für wen ist das Enwako®-Training geeignet?

Das Training richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die ihre Wahrnehmung, Gleichgewicht, Koordination, Aufmerksamkeit oder ihr Bewegungsgefühl verbessern möchten.


Kann Stress das Sehen beeinflussen?

Jede Art von Stress hat Auswirkungen auf die Qualität des Sehens. Am Auge zeigt sich die Stressreaktion durch geweitete Pupillen, verschwommenes unscharfes Sehen und Einstellungsprobleme im Nahsehen. Wenn wir uns bedroht fühlen oder Angst haben, beispielsweise vor einer wichtigen Prüfung, wie vor einem Vokabeltest, der Mathearbeit oder auch nur vor dem nächsten Diktat in der Grundschule, tritt unser Körper auf das Gaspedal und löst die entsprechende körperliche Fluchtreaktion aus. Das vegetative Nervensystem möchte also nicht, dass der Körper mit Aufgaben behelligt wird, die im Nahbereich stattfinden. Schließlich sind auf der „Flucht“ Rechenaufgaben völlig unwichtig. Stattdessen möchte der Körper – also der Sympathikus – den Blick für die Ferne schärfen und die Aufmerksamkeit auf die Peripherie lenken, um mögliche andere Gefahren auch noch wahrnehmen zu können.


Wobei kann das Training unterstützen?

Das Enwako®-Training kann u. a. unterstützen bei:

Herausforderungen in der visuellen Wahrnehmung:

  • z. B. schnelles Ermüden der Augen,
  • Probleme beim Zeilenhalten,
  • Vertauschen von Buchstaben oder
  • Schwierigkeiten, Dinge gezielt zu erfassen

Unsicherheiten in Bewegung und Gleichgewicht:

  • z. B. häufiges Stolpern,
  • unsicheres Stehen auf einem Bein,
  • Angst bei Kletter- oder Balancieraufgaben

Auffälligkeiten in der Koordination:

  • z. B. Schwierigkeiten beim Ballfangen oder
  • beim Schwimmen – beim gleichzeitigen Bewegen von Armen und Beinen

Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme:

  • z. B. kurze Aufmerksamkeitsspanne,
  • schnelles Ablenken,
  • Probleme, bei einer Aufgabe zu bleiben

Flüchtigkeitsfehler und geringe Merkfähigkeit:

  • z. B. Auslassen von Buchstaben oder Zahlen,
  • Verwechseln ähnlicher Aufgaben,
  • schnelles Vergessen von Anweisungen

Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten:

  • z. B. langsames Lesen,
  • häufiges Verlieren der Zeile,
  • Probleme beim Erkennen von Wortbildern oder
  • beim Schreiben nach Diktat
  • ACHTUNG: Das Training ersetzt keine medizinische oder therapeutische Behandlung!

Wie läuft ein Training ab?

Die Enwako®-Grunduntersuchung findet in ruhiger Atmosphäre statt und dauert ca. 1,5 Stunden. Sie ist individuell auf das Entwicklungsalter und die aktuelle Fragestellung abgestimmt und ermöglicht einen ganzheitlichen Einblick in Wahrnehmung, Bewegung und Koordination. Die Ergebnisse werden im Anschluss verständlich besprochen.

Untersucht werden u. a.:

  • Grob- und Feinmotorik
  • Visuelle Wahrnehmung, Stereosehen, Binokularität, Augenmuskelfunktionen
  • Auge-Hand-Koordination
  • Gleichgewicht und Lateralität
  • Körperstatik
  • Konzentration und Merkfähigkeit
  • Frühkindliche Reflexe

Die Ergebnisse bilden die Grundlage für das individuell angepasste Enwako®-Training.


Ich habe regelmäßig Kopfschmerzen, kann ein visuelles Training helfen?

Aus heutiger Sicht gibt es Hinweise darauf, dass noch nicht ausreichend gehemmte und integrierte Reflexe Einfluss auf die Augenmotorik nehmen können. Vermutet wird, dass sie die Anpassung der Augen für Nah- und Fernsehen sowie die Blickfixierung beeinträchtigen. Um dennoch ein klares und scharfes Bild zu erzeugen, arbeitet die Augenmuskulatur dann möglicherweise mit zu viel oder zu wenig Spannung. Eine dauerhaft erhöhte oder verminderte Muskelspannung kann wiederum Kopfschmerzen begünstigen.